Hiermit bewerbe ich mich: richtig verwenden oder konkret ersetzen
Du hast dein Anschreiben mit „Hiermit bewerbe ich mich“ begonnen und möchtest den Satz verbessern? Prüfe, welche Information fehlt, und überarbeite ihn an einem konkreten Beispiel. Dazu: kurze Alternativen, korrekte Anrede und der Unterschied zum Versandtext einer E-Mail.
Vorher und nachherAnrede und GrammatikAnschreiben und Mail
Grammatik und Stil getrennt beurteilen
Ist „hiermit bewerbe ich mich“ falsch?
Die Formulierung ist verständlich: Du erklärst mit diesem Schreiben deine Bewerbung. Ihr Nachteil liegt im geringen Informationsgehalt. Dass du dich bewirbst, steht meist schon im Betreff. Wenn danach nur „auf die ausgeschriebene Stelle“ folgt, erfahren Leserinnen und Leser noch nichts über deine Eignung oder deinen Anlass. Die Bundesagentur für Arbeit rät deshalb zu einem konkreteren Anfang.
Prüfe den ganzen Absatz: Folgt auf den schlichten ersten Satz eine passende, nachvollziehbare Erfahrung, enthält dein Einstieg bereits mehr als die isolierte Floskel.
Streiche „hiermit“, wenn der Satz ohne das Wort denselben Inhalt hat. Diese kleine Änderung macht ihn kürzer, ergänzt aber noch keinen Bewerbungsgrund.
Verzichte auf eine künstlich spektakuläre Eröffnung. Ein ruhiger Satz über eine echte Aufgabe kann verständlicher sein als ein Slogan, eine rhetorische Frage oder unbelegtes Eigenlob.
Bewerte den Text nicht nach einer Verbotsliste. Aus einer stilistischen Empfehlung lässt sich weder eine sichere Absage noch eine Zusage ableiten.
Erst kürzen, dann begründen, dann überprüfen
Den vorhandenen Satz in drei Schritten verbessern
Notiere zuerst die Stelle und eine dazu passende Tätigkeit, die du tatsächlich ausgeübt hast. Trenne dabei selbstständige Arbeit, Mitarbeit und bloßes Kennenlernen. Formuliere erst danach den Satz. So verhindert die Überarbeitung, dass eine allgemeine Floskel durch eine präzise klingende, aber falsche Behauptung ersetzt wird.
Schritt 1: Lies den Satz ohne „hiermit“. Falls du nur „Ich bewerbe mich“ übrig behältst, fehlen wahrscheinlich noch die konkrete Rolle und der Grund für diese Bewerbung.
Schritt 2: Ergänze eine relevante Tatsache. Geeignet ist etwa eine wiederkehrende Aufgabe, ein passendes Projekt oder ein tatsächlich geführtes Gespräch. Ein erfundenes Ergebnis oder eine unbelegte Prozentzahl ist kein besserer Beleg.
Schritt 3: Vergleiche jedes Verb mit deiner wirklichen Verantwortung. „Kontrollieren“ ist nicht automatisch „leiten“, und „mitarbeiten“ bedeutet nicht „verantworten“. Teile einen überladenen Satz lieber in zwei verständliche Sätze.
Fiktive Überarbeitung: Robin Beispiel bewirbt sich im Lager
Prüfbares Muster
Ausgangslage: Robin kontrolliert Wareneingänge anhand von Lieferscheinen und meldet Abweichungen. Robin hat keine Personalverantwortung.
Entwurf: „Hiermit bewerbe ich mich auf die ausgeschriebene Stelle als Fachlagerist.“
Nur gekürzt: „Ich bewerbe mich auf die ausgeschriebene Stelle als Fachlagerist.“ Der Satz ist kürzer, enthält aber noch dieselbe Information.
Mit passender Tätigkeit: „Ich bewerbe mich als Fachlagerist. In meiner bisherigen Arbeit kontrolliere ich Wareneingänge anhand der Lieferscheine und melde Abweichungen.“
Alternative ohne Bewerbungsankündigung: „Wareneingänge anhand von Lieferscheinen zu prüfen, gehört zu meinem Arbeitsalltag. Diese Erfahrung möchte ich in der ausgeschriebenen Stelle als Fachlagerist einsetzen.“
Robin und die Bewerbung sind frei erfunden. Beide längeren Fassungen verwenden dieselbe begrenzte Ausgangslage. Sie sind Schreibbeispiele, keine getesteten Erfolgsformulierungen. Die Berufsbezeichnung und Aufgaben müssen zu deinen tatsächlichen Kenntnissen und zur Anzeige passen.
Nicht nur ein Synonym einsetzen
Welche Alternative passt zu deinem Bewerbungsanlass?
„Mit diesem Schreiben bewerbe ich mich“ oder „Auf diesem Wege möchte ich mich bewerben“ verändern vor allem die Verpackung. Sie beantworten noch nicht, was dich für die Stelle interessiert oder welche Erfahrung du mitbringst. Wähle deshalb die Information nach deinem Anlass. Die Tabelle weiter unten zeigt kurze, frei erfundene Ersatzsätze und die Voraussetzungen für ihre Verwendung.
Ausgeschriebene Stelle: Wähle eine Aufgabe aus der Anzeige, zu der du echte Erfahrung hast. Du brauchst im ersten Satz weder sämtliche Anforderungen abzudecken noch die Anzeige nachzuerzählen.
Ausbildung oder Praktikum: Wenn Berufserfahrung fehlt, kann ein konkreter Einblick den Berufswunsch erklären. Nenne beispielsweise, welche Aufgabe du bei einem Schulpraktikum kennengelernt hast. Stelle eine beobachtete Tätigkeit nicht als eigene Fachkenntnis dar.
Initiativbewerbung: Benenne den gewünschten Arbeitsbereich. Prüfe vorher, ob das Unternehmen diesen Bereich tatsächlich hat; erfinde keinen Personalbedarf und kein Unternehmensproblem, das du angeblich lösen wirst.
Interner Wechsel: Erkläre kurz, welche bisherige Aufgabe zur neuen Stelle führt. Setze nicht voraus, dass die lesende Person deine tägliche Arbeit kennt.
Telefonat oder Empfehlung: Ein Kontakt kann einen konkreten Anlass liefern. Nenne ihn nur, wenn er stattgefunden hat und für diese Bewerbung relevant ist. „Wie vereinbart“ setzt eine wirkliche Absprache voraus.
Anhang und Anschreiben erfüllen verschiedene Aufgaben
Im E-Mail-Text darfst du den Versand direkt benennen
Wenn ein vollständiges Anschreiben angehängt ist, muss die E-Mail dessen ersten Absatz nicht wiederholen. Ein sachlicher Satz kann erklären, auf welche Stelle sich die Nachricht bezieht und welche Unterlagen mitkommen. Ersetze „Hiermit bewerbe ich mich und sende Ihnen meine Unterlagen“ zum Beispiel durch: „Im Anhang erhalten Sie meine Bewerbung als Fachlagerist, Kennziffer L-27.“ Die Kennziffer ist in diesem Beispiel erfunden.
Übernimm die genaue Stellenbezeichnung und eine Kennziffer nur, wenn sie in der Anzeige stehen. Ohne Kennziffer lässt du diesen Zusatz weg.
Prüfe vor dem Senden, ob die angekündigten Dateien wirklich angehängt und lesbar sind. Ein präziser Versandtext gleicht einen fehlenden Anhang nicht aus.
Wenn der Arbeitgeber das Anschreiben ausdrücklich direkt im E-Mail-Text erwartet, braucht dieser Text auch deine Motivation und passende Erfahrung. Eine reine Versandzeile ersetzt dann kein Anschreiben.
Nutze den angegebenen Bewerbungsweg. Ein verbessertes E-Mail-Anschreiben hilft nicht, wenn für die Stelle ausschließlich ein bestimmtes Portal vorgesehen ist.
Kleine Sprachfragen am konkreten Beispiel
Anrede, „als“ und „um“ im Satz richtig verbinden
Verwende die bekannte Kontaktperson in der Anrede und prüfe die Schreibweise des Namens. Für eine formelle Bewerbung ohne ermittelbare Kontaktperson nennt die BA „Sehr geehrte Damen und Herren“. Nach dem üblichen Anredekomma beginnt ein Wort wie „hiermit“ oder „ich“ klein. Die Höflichkeitsformen „Sie“, „Ihnen“ und „Ihre“ behalten dagegen ihre Großschreibung.
Anrede und Folgezeile: Nach „Sehr geehrte Frau Becker,“ folgt im neuen Absatz beispielsweise „ich bewerbe mich als Fachlagerist.“ In einem allein stehenden Beispielsatz beginnt „Ich“ dagegen groß.
„Um“ und „auf“: Duden führt beide Verbindungen mit einer Stelle auf. Du kannst etwa schreiben: „Ich bewerbe mich um die Stelle als Fachlagerist.“ „Auf“ ist in dieser Verbindung nicht pauschal falsch.
„Als“ nennt die Rolle: „Ich bewerbe mich als Fachlagerist.“ „Bei“ nennt den Arbeitgeber. Ein zusätzlicher Firmenname im Satz ist meist unnötig, wenn der Empfänger bereits eindeutig ist.
„Zum“ gehört im Ausbildungsbeispiel zur Ausbildung: „Ich bewerbe mich um einen Ausbildungsplatz zum Fachlageristen.“ Das unterscheidet sich von der Bewerbung als bereits ausgebildeter Fachlagerist. Prüfe also, ob du den Ausbildungsplatz oder die spätere Berufstätigkeit meinst.
Bei Unsicherheit zwischen „um“ und „für“ kannst du den Stellenbezug eindeutig formulieren: „Ich bewerbe mich um die ausgeschriebene Stelle.“ Der passende Inhalt des folgenden Satzes bleibt dadurch genauso wichtig.
Den ganzen Einleitungsabsatz schreiben
Entwickle aus einer passenden ersten Aussage einen zusammenhängenden Einstieg.
Den überarbeiteten Einstieg vor dem Versand prüfen
Lies deinen Einstieg laut und lege Anzeige sowie Lebenslauf daneben. Du solltest erklären können, woher jede Angabe stammt. Eine passende Formulierung klingt nach dir und passt zum Rest der Bewerbung. Das gilt auch, wenn ein Schreibtool einen Entwurf erstellt hat.
Ist die Stelle eindeutig? Prüfe Berufsbezeichnung und gegebenenfalls Kennziffer gegen die Anzeige; ein übrig gebliebener anderer Firmenname ist ein Hinweis auf einen nicht angepassten Entwurf.
Ist mindestens eine Aussage konkret? Wenn du den Satz unverändert für ganz verschiedene Tätigkeiten verwenden könntest, ergänze eine passende Aufgabe oder einen tatsächlichen Anlass.
Stimmt die Verantwortung? Markiere Verben wie „leiten“, „entwickeln“ und „verantworten“. Ersetze sie durch eine genauere Beschreibung, wenn du nur mitgearbeitet oder zugeschaut hast.
Passt die Aussage zum weiteren Text? Eine im Einstieg erwähnte Erfahrung sollte später nachvollziehbar werden. Kopiere den Beispielsatz nicht zusätzlich wortgleich in den Hauptteil.
Bleibt der Ton einheitlich? Prüfe Anrede, Sie-Form, Rechtschreibung und verständliche Satzlänge. Lass eine andere Person lesen, ob sie Tätigkeit und Bewerbungsgrund erkennt.
Kurze Ersatzsätze
Wann die Floskel schwach bleibt und welcher Einstieg je Kontext stärker ist
Alle folgenden Situationen und Formulierungen sind fiktive Schreibbeispiele. Passe den Satz an deine tatsächlichen Erfahrungen an. Die jeweilige Voraussetzung ist wichtiger als das wörtliche Übernehmen.
Wische seitlich für alle Spalten.
Kriterium
Möglicher Ersatz
Nur verwenden, wenn …
Ausgeschriebene Stelle
„Die Stelle als Fachlagerist passt zu meiner Erfahrung in der Wareneingangskontrolle.“
… die Anzeige diese Aufgabe nennt und du sie tatsächlich ausgeübt hast.
Initiativbewerbung
„Ich möchte im Kundenservice Ihres Unternehmens arbeiten und bringe Erfahrung mit telefonischen Terminabsprachen mit.“
… der gewünschte Bereich existiert und die genannte Erfahrung stimmt. Einen freien Arbeitsplatz behauptet der Satz nicht.
Ausbildung oder Praktikum
„Bei meinem Schulpraktikum habe ich den Wareneingang kennengelernt. Jetzt möchte ich eine Ausbildung zum Fachlageristen beginnen.“
… dieser Einblick stattgefunden hat. Für ein neues Praktikum benennst du stattdessen das passende Lernziel.
Interner Wechsel
„Aus meiner Mitarbeit bei der Inventur möchte ich den nächsten Schritt in die Bestandskontrolle machen.“
… Mitarbeit und Wechselziel stimmen. Daraus wird keine behauptete Leitung der Inventur.
E-Mail mit Anschreiben im Anhang
„Im Anhang erhalten Sie meine Bewerbung als Fachlagerist, Kennziffer L-27.“
… Stelle und Kennziffer angepasst wurden und die angekündigten Unterlagen angehängt sind.
Beispiel und Orientierung
So sieht die Builder-Richtung aus
Die Vorschau hält die Produktlogik greifbar: keine abstrakten Ratschläge ohne Builder-Anschluss.
Zusatzhilfe
Direkte Weiterführung
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Das weitere Anschreiben formulieren
Überarbeite auch Motivation, Erfahrung und Schluss mit konkreten Aussagen.
Antworten, die häufig direkt zur nächsten Aktion führen
Ist „hiermit bewerbe ich mich“ im Anschreiben falsch?
Nein. Die Wendung ist grammatisch möglich, liefert allein aber wenig Information über deine Eignung. Die BA empfiehlt einen konkreteren Einstieg. Du kannst „hiermit“ streichen und danach eine passende Aufgabe oder einen echten Bewerbungsanlass nennen. Eine sichere Absage lässt sich aus dem einzelnen Wort nicht ableiten.
Kann ich die Formulierung trotzdem benutzen?
Ja. Wenn sie zu deinem Ton passt, kannst du sie stehen lassen und anschließend konkret werden. Prüfe aber, ob „hiermit“ eine Information ergänzt. Häufig funktioniert der Satz auch ohne das Wort. Wichtiger ist, dass der folgende Text deine tatsächliche Erfahrung und den Stellenbezug verständlich macht.
Gilt das auch für den Mailtext einer E-Mail-Bewerbung?
Ein kurzer Versandtext darf sachlich bleiben. Wenn das Anschreiben im Anhang liegt, kann die E-Mail Stelle, gegebenenfalls Kennziffer und Unterlagen benennen. Soll dagegen die E-Mail selbst das Anschreiben sein, reicht ein bloßer Hinweis auf den Versand nicht: Dann gehören Motivation und passende Erfahrung in den Text.
Warum wirkt die Floskel bei Initiativbewerbungen besonders schwach?
Ohne Stellenanzeige fehlt die vorgegebene Rolle. „Hiermit bewerbe ich mich initiativ“ lässt offen, in welchem Bereich du arbeiten möchtest. Ergänze deshalb das konkrete Arbeitsgebiet und eine passende Erfahrung. Unterstelle dem Unternehmen keinen Personalbedarf, den du nicht kennst.
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Produkt-Test
Stand 7. Oktober 2026: Schreib- und Grammatikhinweise wurden mit den verlinkten BA- und Duden-Seiten abgeglichen. Robin Beispiel, die Kennziffer und sämtliche Bewerbungssituationen sind frei erfundene redaktionelle Beispiele. Es wurden weder Arbeitgeberreaktionen noch Erfolgsquoten dieser Formulierungen getestet.
Quellenbasierte Kernaussagen
Die BA empfiehlt, den Einstieg mit einem konkreten Bewerbungsgrund zu füllen und allgemeine Floskeln zu vermeiden.[5]
Duden nennt um und auf als mögliche Verbindungen mit einer Stelle. Die Rolle lässt sich mit als ergänzen.[6]
Nach dem üblichen Anredekomma beginnt ein Wort wie hiermit klein; die formelle Anrede Sie und zugehörige Formen bleiben groß.[7][8]
Arbeitsblatt der Bundesagentur mit Checkpunkten zu Lebenslauf, Anlagen sowie Ferien-, Nebenjobs und ehrenamtlichen Tätigkeiten als belegbare Zusatzerfahrung.
Hinweise zu konkreter Motivation, passender Anrede und verständlicher Sprache. Die Empfehlung gegen einen formelhaften Einstieg ist keine nachgewiesene Absageregel.
Erklärt das übliche Komma nach der Briefanrede und die anschließende Kleinschreibung. Die hier erläuterte Konvention bezieht sich auf deutsche Bewerbungsbriefe.