Zeitpunkt
Wann ein Termin sinnvoll ist
Ein Aufgabenwechsel, der Abschluss eines Projekts oder ein anstehendes Entwicklungsgespräch kann ein Anlass sein. Du kannst aber auch ohne ein außergewöhnliches Ereignis um eine Überprüfung deiner Vergütung bitten. Für die Terminplanung zählt vor allem, wann beide Seiten vorbereitet sprechen können und wann im Unternehmen Entscheidungen anstehen. Ein bestimmter Wochentag oder Monat ist nicht für alle Betriebe besser.
Die Arbeiterkammer in Österreich empfiehlt für ein Gehaltsgespräch ausreichend Zeit statt einer zufälligen Begegnung im Arbeitsalltag: Hinweise zur Gesprächsvorbereitung
Für einen ausdrücklich an die Einarbeitung geknüpften Termin: Gehaltsgespräch nach der Probezeit
- Vorhandener Gesprächstermin: Frage vorher, ob dort auch die Vergütung besprochen werden kann. Ein reines Feedbackgespräch enthält das Gehaltsthema nicht automatisch.
- Interne Gehaltsrunde: Erkundige dich nach dem Ablauf und danach, bis wann Wünsche eingebracht werden müssen. Der Zeitpunkt des Gesprächs und der Zeitpunkt einer möglichen Entscheidung können auseinanderliegen.
- Hohe Auslastung: Bitte um einen konkreten späteren Termin, wenn gerade keine Ruhe möglich ist. Du musst dein Anliegen nicht auf unbestimmte Zeit verschieben, bis sämtliche Projekte abgeschlossen sind.
Zuständigkeit
Die passende Ansprechperson und den Gesprächsweg klären
Beginne bei deiner direkten Führungskraft, sofern kein anderer interner Ablauf bekannt ist. Sie kann deine Arbeit einordnen und den weiteren Entscheidungsweg erklären. Bei fachlicher und disziplinarischer Führung durch unterschiedliche Personen solltest du nachfragen, wer für die Vergütung zuständig ist. Lade nicht auf Verdacht mehrere Führungsebenen ein.
- Wenn HR Anträge oder Termine zentral koordiniert, nutze diesen vorgesehenen Weg. Frage bei Unklarheit nach dem Verfahren, bevor du mehrere parallele Anfragen startest.
- Eine Assistenz kann bei der Terminfindung helfen. Für die Organisation benötigt sie in der Regel keine vollständige Gehaltsargumentation.
- E-Mail eignet sich für einen nachvollziehbaren Terminvorschlag, Chat oder eine kurze persönliche Frage für eine schnelle Abstimmung. Ein Videotermin kann passen, wenn ihr an unterschiedlichen Orten arbeitet.
Fiktive Nachfrage bei unklarer Zuständigkeit
Wie frage ich, wer das Gespräch führen sollte?
„Ich möchte meine Vergütung überprüfen lassen. Bespreche ich das zunächst mit Ihnen, oder gibt es dafür einen festgelegten Ablauf mit unserer Personalabteilung? Mir ist wichtig, den Termin mit den passenden Beteiligten zu planen.“
Die Frage klärt den Prozess, ohne vorauszusetzen, dass eine bestimmte Person allein entscheiden darf.Anfrage
So klingt die Terminanfrage professionell
Nenne das Thema so, dass die andere Person sich vorbereiten kann. „Gehaltsgespräch“ ist ein sachlicher Betreff; du musst das Anliegen nicht hinter einer angeblichen Projektbesprechung verstecken. Nutze die bei euch übliche Anrede. Für eine reine Terminbitte brauchst du weder eine vollständige Leistungsübersicht noch eine fertige Gegenargumentation.
Auch die österreichische Gewerkschaft GPA empfiehlt, das Gehaltsthema bei der Terminvereinbarung anzukündigen: Tipps zur Vorbereitung einer Gehaltsverhandlung
Wenn du einen ausführlicheren Vorschlag oder ein Gegenangebot schreiben möchtest: Gehaltsverhandlung schriftlich formulieren
- Ohne neue Aufgaben: Du kannst stattdessen schreiben, dass du wissen möchtest, wie deine Vergütung eingeordnet wird und welche Entwicklung möglich ist. Erfinde keine zusätzliche Verantwortung.
- Mit bereits vereinbartem Review: Beziehe dich auf diese Absprache und bitte um die Terminbestätigung. Eine alte Gesprächszusage bedeutet noch keine festgelegte Erhöhung.
- Wenn vorab eine Zahl verlangt wird: Du darfst einen begründbaren Bruttobetrag mit Zeitraum und Stundenumfang nennen. Eine Terminanfrage muss Zahlen nicht grundsätzlich ausschließen.
Fiktive E-Mail für ein erstes Gespräch
Wie kann eine kurze Terminanfrage aussehen?
„Betreff: Terminwunsch zur Vergütung. Guten Tag Frau Seidel, ich möchte mit Ihnen meine aktuelle Vergütung und die weitere Entwicklung besprechen. Seit unserem letzten Gespräch hat sich mein Aufgabenbereich um die Betreuung der Bestandskunden erweitert. Hätten Sie in der kommenden Woche am Dienstag um 10 Uhr oder am Donnerstag um 14 Uhr Zeit? Ich schlage zunächst 30 Minuten vor. Falls ein anderer Termin oder mehr Zeit besser passt, geben Sie mir gern Bescheid. Freundliche Grüße, Lena Braun“
Aufgaben, Namen, Zeiten und Dauer sind erfunden. Verwende nur einen Anlass, der tatsächlich zutrifft. Die 30 Minuten sind ein Vorschlag für diese Situation, keine allgemeine Vorgabe.Nachfassen
Wenn keine Antwort kommt oder der Termin verschoben wird
Prüfe zunächst, ob es eine angekündigte Abwesenheit oder einen bekannten Rückmeldetermin gibt. Orientiere dich beim Nachfassen an euren üblichen Antwortzeiten. Eine Nachfrage nach einigen Arbeitstagen kann sinnvoll sein; eine für alle verbindliche Frist gibt es dafür nicht. Bleibe im bisherigen Nachrichtenverlauf, damit die erste Anfrage leicht zu finden ist.
- Keine Zeit: Bitte um einen Ersatztermin oder darum, wann ihr diesen festlegt.
- Falsche Ansprechperson: Frage nach der zuständigen Person und ob deine Anfrage weitergegeben wird oder du selbst Kontakt aufnehmen sollst.
- Noch keine Entscheidung möglich: Kläre, ob ein vorbereitendes Gespräch trotzdem hilfreich ist oder welcher Schritt zuvor fehlt.
- Wiederholt keine verbindliche Rückmeldung: Frage gezielt nach dem vorgesehenen internen Verfahren. Ein Gespräch über den Ablauf ist etwas anderes als eine Entscheidung über deinen Gehaltswunsch.
Fiktive Erinnerung an eine offene Terminanfrage
Wie frage ich nach, ohne die gesamte Begründung zu wiederholen?
„Ich greife meine Terminanfrage zum Gehaltsgespräch noch einmal auf. Die vorgeschlagenen Zeiten haben sich inzwischen erledigt. Welches Zeitfenster wäre für Sie passend, oder wann können wir die Terminplanung klären?“
Falls tatsächlich eine interne Frist näher rückt, kannst du sie ergänzen. Behaupte keine Frist, um künstlich Druck zu erzeugen.Fiktive Antwort auf eine erneute Verschiebung
Wie reagiere ich auf „Diesen Monat wird das nichts“?
„Danke für die Rückmeldung. Können wir bereits einen Termin für den nächsten Monat festhalten? Falls noch etwas anderes geklärt werden muss, würde ich gern wissen, was fehlt und wann ich dazu eine Rückmeldung erwarten kann.“
Die Frage zielt auf einen nächsten Schritt. Sie legt der anderen Person weder einen Ablehnungsgrund noch eine Zusage in den Mund.Bestätigung
Was vor dem Termin fertig sein sollte
Sobald ihr euch auf einen Termin geeinigt habt, bestätige die organisatorischen Angaben. Ein selbst eingestellter Kalendereintrag ist zunächst nur ein Vorschlag, solange er nicht abgestimmt oder angenommen wurde. Eine Zustimmung zum Termin bedeutet, dass ihr sprechen werdet; sie sagt noch nichts über das Ergebnis der Verhandlung aus.
Die FH Münster behandelt Recherche, eigene Erwartungen und Rückfragen als Bestandteile der Vorbereitung: Manual Gehaltsverhandlung
Für nachvollziehbare Leistungsbelege: Argumente zur Gehaltsverhandlung
Für den Gesprächseinstieg und spätere Rückfragen: Formulierungen für die Gehaltsverhandlung
Für den weiteren Ablauf: Gehaltsverhandlung vorbereiten und führen
- Datum, Beginn und Dauer: Reserviert ausreichend Zeit für eure Themen. Bei einem bestehenden Mitarbeitergespräch kann ein eigener Abschnitt oder ein separater Termin nötig sein.
- Ort oder Videolink: Wählt einen Rahmen, in dem ihr ungestört sprechen könnt. Bei unterschiedlichen Zeitzonen gehört die Zeitzone zur Bestätigung.
- Agenda und Beteiligte: Halte kurz fest, dass es um Aufgaben, Vergütung und den Entscheidungsweg geht. Frage, ob jemand weitere Informationen vorab benötigt.
- Eigene Notizen: Bereite den Wunschbetrag und die relevanten Gründe vor. Persönliche Untergrenzen oder vollständige Gehaltsunterlagen gehören nicht automatisch in eine für andere sichtbare Kalendereinladung.