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Arbeitszeugnis

Arbeitszeugnis Aufbau: Reihenfolge, Inhalt und Schluss

Den Aufbau eines Arbeitszeugnisses prüfen: Abschnitt für Abschnitt, mit wichtigen Inhalten, einem fiktiven Rollenwechsel und der Einordnung der Schlussformel.

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Lesedauer
11 Min.
Abschnitte
10
Stand
26. September 2026
AufbauInhaltReihenfolgeSchluss

Die übliche Reihenfolge: Orientierung mit unterschiedlichen Funktionen

Ein gut lesbarer Aufbau führt von den Beschäftigungsdaten über die Aufgaben zur Beurteilung. Anschließend folgen gegebenenfalls Angaben zum Ausscheiden und eine persönliche Schlussformel sowie der formale Abschluss. Die Tabelle ordnet die typischen Abschnitte nach ihrem Zweck. Sie ist keine Liste von sieben ausnahmslos vorgeschriebenen Textblöcken.

Die IHK Hannover beschreibt eine in der Praxis etablierte Gliederung. Nach § 109 GewO sind zunächst Art und Dauer der Tätigkeit der Mindestinhalt; auf Verlangen kommt die Beurteilung von Leistung und Verhalten hinzu. Diese gesetzliche Unterscheidung ist wichtiger als das Abzählen von Überschriften. Die Hinweise hier beziehen sich auf Arbeitszeugnisse in Deutschland.

  • Beschäftigung erfassen: Wer war in welcher Funktion und in welchem Zeitraum tätig?
  • Aufgaben verstehen: Welche Verantwortung und welche wesentlichen Tätigkeiten gehörten zur Rolle?
  • Beurteilung lesen: Wie wurden diese Aufgaben erfüllt und wie war das Verhalten im Arbeitsverhältnis?
  • Abschluss prüfen: Sind Aussteller und Form nachvollziehbar; welche zusätzlichen Schlussaussagen gibt es?

Einleitung und Werdegang: Zeitraum und Rollen abgleichen

Prüfe den Namen, die Beschäftigungsdauer und die genannte Funktion gegen deine Unterlagen. Hat sich die Rolle verändert, sollte die Entwicklung verständlich werden. Eine kurze Beschreibung des Unternehmens kann den fachlichen Kontext erklären; sie ersetzt aber keine Angaben zu deiner eigenen Tätigkeit. Geburtsdatum oder eine lange Firmendarstellung sind keine Ersatzbelege für fehlende Aufgaben.

Falls unklar ist, welche Art von Dokument vorliegt, hilft die Übersicht der Arbeitszeugnis-Arten. Ein einfaches Zeugnis enthält keine Leistungs- und Verhaltensbewertung. Du kannst deshalb nicht jeden Bewertungsblock der folgenden Orientierung auf jeden Nachweis übertragen.

  • Gesamtzeitraum: Passt die Dauer des Arbeitsverhältnisses, ohne versehentlich nur die letzte Funktion zu erfassen?
  • Rollenwechsel: Sind frühere und spätere Tätigkeit auseinanderzuhalten?
  • Verantwortung: Werden Koordination, fachliche Abstimmung und disziplinarische Führung nicht miteinander verwechselt?
  • Zeugnisart: Bei einem Zwischenzeugnis darf der Text nicht unbeabsichtigt ein bereits beendetes Arbeitsverhältnis behaupten.

Fiktive Ausgangslage für die Strukturprüfung

Prüfbares Muster

Gesamte Beschäftigung: 01.04.2022 bis 31.08.2026 bei demselben Arbeitgeber.

01.04.2022 bis 31.12.2023: Projektassistenz; Besprechungen protokollieren und den Stand von Projektunterlagen prüfen.

01.01.2024 bis 31.08.2026: Projektkoordination; Rückmeldungen aus Fachteams zusammenführen und Termine abstimmen.

Zusammenarbeit: mit der Führungskraft und internen Fachteams; kein regelmäßiger Kundenkontakt.

Keine disziplinarische Personalführung und keine eigene Budgetverantwortung.

Alle Angaben sind erfunden. Sie liefern nur den Rahmen für den Vergleich. Über die Qualität der tatsächlichen Leistung oder des Verhaltens wird damit noch nichts ausgesagt.

Tätigkeiten konkret beschreiben und nach Bedeutung ordnen

Sammelbegriffe wie „Büroarbeiten“ oder „Unterstützung des Teams“ lassen oft offen, was tatsächlich zum Aufgabengebiet gehörte. Sammle zunächst die wesentlichen Aufgaben und die dazugehörige Verantwortung. Die wichtigste Tätigkeit sollte nicht hinter nebensächlichen Routinen verschwinden. Es geht um ein verständliches Berufsbild, nicht um ein lückenloses Tagebuch.

Die Checkliste der Arbeitnehmerkammer Bremen empfiehlt, wesentliche Tätigkeiten vor Nebenaufgaben zu nennen und den beruflichen Werdegang darzustellen. Erweitere einen Entwurf nur um Aufgaben, die tatsächlich übernommen wurden und für das Tätigkeitsbild relevant sind.

  • Aufgabe benennen: Was wurde bearbeitet, organisiert, geprüft oder koordiniert?
  • Umfang einordnen: Handelte die Person eigenständig, unterstützend oder mit einer bestimmten Zuständigkeit?
  • Zeitlich zuordnen: Gehört die Aufgabe zur gesamten Beschäftigung oder nur zu einer späteren Funktion?
  • Behauptungen begrenzen: Projektkoordination ist nicht automatisch Personalführung; Beteiligung an einer Aufgabe ist nicht automatisch alleinige Ergebnisverantwortung.

Vom Sammelbegriff zum nachvollziehbaren Aufgabenprofil

Prüfbares Muster

Unklarer Ausgangstext im fiktiven Beispiel: „Zum Aufgabengebiet gehörten verschiedene Büroarbeiten.“

Präzisere Beschreibung auf Basis der oben genannten Fakten:

In der Projektassistenz vom 01.04.2022 bis 31.12.2023 gehörten das Protokollieren von Besprechungen und die Prüfung des Stands der Projektunterlagen zu den Aufgaben.

In der Projektkoordination vom 01.01.2024 bis 31.08.2026 wurden Rückmeldungen aus den Fachteams zusammengeführt und Termine abgestimmt.

Die überarbeitete Beschreibung ergänzt konkrete Aufgaben und Zeiträume. Sie behauptet keine Personalführung, keine Budgetverantwortung und keinen erfundenen Erfolg. Sie ist ein Ausschnitt zur Veranschaulichung, keine fertige Zeugnisvorlage.

Leistung und Verhalten müssen zum Aufgabenprofil passen

Die Leistungsbeurteilung bewertet die Ausführung der Arbeit. Der Verhaltensteil betrifft den Umgang im Arbeitsverhältnis. Beide sollen zur tatsächlichen Rolle passen. Eine Tätigkeitsliste allein ist noch keine Leistungsbeurteilung; umgekehrt erklärt ein pauschales Lob noch nicht, was die Person eigentlich gemacht hat.

Das Bundesarbeitsgericht, 9 AZR 262/20 betont den Zusammenhang zwischen dem Anforderungsprofil der ausgeübten Aufgaben und der Beurteilung. Die Fakten des Beispiels zeigen daher, welche Bereiche zu prüfen sind; sie rechtfertigen keine erfundene gute oder sehr gute Note.

Für einzelne Bewertungsformulierungen hilft anschließend der Ratgeber zu Arbeitszeugnis-Noten. Lies diese immer im Gesamtzusammenhang. Eine bloße Umstellung von Absätzen ist noch kein belastbarer Nachweis für Konflikte oder Minderleistung.

  • Leistung: Gibt es nachvollziehbare Aussagen zu den für die Rolle wichtigen Fähigkeiten, zur Arbeitsweise und zu den Ergebnissen?
  • Verhalten: Werden die für die Tätigkeit relevanten Kontaktgruppen und die Zusammenarbeit erfasst?
  • Führung: Eine Beurteilung disziplinarischer Personalführung ist im fiktiven Beispiel nicht aus der Bezeichnung „Projektkoordination“ abzuleiten.
  • Kundenkontakt: Wo im Beispiel kein regelmäßiger Kundenkontakt besteht, ist nicht allein wegen einer fehlenden Kundenformel eine Lücke bewiesen.
  • Gesamtzeitraum: Prüfe, ob die Bewertung die Entwicklung und nicht nur einen zufälligen einzelnen Vorfall abbildet.

Ausscheiden und Schlussformel getrennt bewerten

Unterscheide das Ende der Beschäftigung, einen gegebenenfalls genannten Beendigungsgrund und persönliche Schlussaussagen. Dank, Bedauern und Zukunftswünsche sind nicht dasselbe wie eine Tätigkeitsbeschreibung oder Leistungsbeurteilung. Sie können den Ton prägen, ersetzen aber keine fehlenden Angaben zu deiner Arbeit.

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 25.01.2022, 9 AZR 146/21 ergibt sich aus § 109 GewO kein allgemeiner Anspruch auf eine Dankes- und Wunschformel. Eine fehlende Formel darf deshalb nicht pauschal wie ein fehlender gesetzlicher Bewertungsbereich behandelt werden.

Ein anderer Fall ist die nachträgliche Streichung bereits erteilter Schlussaussagen: In 9 AZR 272/22 vom 06.06.2023 beanstandete das BAG die Entfernung als Sanktion für berechtigte Korrekturwünsche. Daraus folgt nicht, dass jede Textänderung automatisch rechtswidrig ist; der konkrete Ablauf und der Zusammenhang müssen geprüft werden.

Zur weiteren Einordnung führt der Ratgeber zur Schlussformel im Arbeitszeugnis. Beurteile ihren Ton zusammen mit dem übrigen Dokument und trenne ihn von der Frage, was rechtlich verlangt werden kann.

  • Fehlt nur ein persönlicher Dank, oder fehlen auch Aussagen zu Aufgaben, Leistung oder Verhalten?
  • Wird ein Beendigungsgrund genannt, den du nicht nachvollziehen kannst? Notiere den konkreten Satz und kläre ihn.
  • Weichen mehrere Fassungen voneinander ab? Bewahre alle Versionen und die zugehörige Korrespondenz auf.

Darstellung und Form: lesbar, individuell und nachvollziehbar

Ein Zeugnis muss nicht für jeden Bewertungsaspekt eine eigene Zwischenüberschrift haben. Entscheidend ist, ob der Inhalt verständlich und der individuellen Tätigkeit zuzuordnen ist. Prüfe auch, ob alle Seiten vorhanden sind, die Fassung zum genannten Zeitraum passt und der Aussteller erkennbar ist.

In 9 AZR 262/20 entschied das BAG, dass eine an Schulnoten angelehnte Tabelle für die Beurteilung von Leistung und Verhalten regelmäßig nicht genügt. Gemeint ist die fehlende individuelle Bewertung. Daraus lässt sich kein pauschales Verbot jeder Aufzählung von Aufgaben ableiten.

Für die Ausstellungsform gilt außerdem: Mit Einwilligung ist nach § 109 Absatz 3 GewO ein elektronisches Zeugnis möglich. Die IHK Rhein-Neckar erläutert die dafür erforderliche qualifizierte elektronische Signatur. Eine sichtbare Unterschriftsgrafik allein klärt diese Frage nicht. Ein Scan für die Bewerbung ist von einem elektronisch ausgestellten Original zu unterscheiden.

  • Lesbarkeit: Sind Absätze, Schrift und Seitenaufteilung gut nachvollziehbar?
  • Vollständigkeit: Fehlt eine Seite oder bricht ein Textblock ab?
  • Aussteller: Ist erkennbar, wer das Zeugnis verantwortet?
  • Original erhalten: Ändere kein ausgestelltes Zeugnis selbst, um Aufbau, Bewertung oder Schluss an deine Erwartungen anzupassen.

Fehlende Inhalte und ungewöhnliche Reihenfolge unterschiedlich prüfen

Beginne mit dem, was du konkret feststellen kannst. Ein falscher Zeitraum oder eine fehlende wesentliche Funktion lässt sich mit Unterlagen vergleichen. Die Vermutung, dass eine Absatzposition eine bestimmte Note ausdrückt, ist dagegen zunächst eine Interpretation. Halte diese beiden Ebenen in deiner Prüfung auseinander.

Die Arbeitnehmerkammer Bremen weist in ihrer Aufbau-Checkliste ausdrücklich darauf hin, dass die zusammenfassende Leistungsbeurteilung auch an anderer Stelle stehen darf. Das zeigt, warum eine starre Positionskontrolle eine inhaltliche Prüfung nicht ersetzt.

  • Konkreter Datenfehler: Name, Zeitraum oder Funktion weichen von den Unterlagen ab. Halte den richtigen Wert und die Belegstelle fest.
  • Mögliche Inhaltslücke: Eine wesentliche Tätigkeit oder ein Bewertungsbereich fehlt. Prüfe zuerst die Zeugnisart und den tatsächlichen Aufgabenbereich.
  • Ungewohnte Anordnung: Suche die betreffende Aussage im gesamten Dokument. Sie kann an einer anderen Stelle stehen, ohne zu fehlen.
  • Widerspruch: Tätigkeit und Bewertung passen inhaltlich nicht zusammen. Notiere beide Stellen, statt nur einen Satz isoliert zu beanstanden.
  • Geschmacksfrage: Du bevorzugst eine andere Absatzlänge oder Formulierung. Ein persönlicher Wunsch ist noch kein Nachweis eines rechtlichen Mangels.

Deinen Strukturcheck als konkrete Rückfrage festhalten

Erstelle eine kurze Liste mit Fundstelle, Beobachtung und gewünschter Klärung. So kann die Personalabteilung erkennen, ob du einen Zeitraum berichtigen, eine Tätigkeit ergänzen oder eine unklare Aussage erläutern lassen möchtest. Die Gliederung deiner eigenen Notizen darf tabellarisch sein; sie ist kein vom Arbeitgeber ausgestelltes Zeugnis.

Bei strittigen Bewertungen oder rechtlichen Folgen ist eine Prüfung des vollständigen Falls sinnvoll. Die Seite mit dem Arbeitszeugnis nicht einverstanden beschreibt das sachliche Vorgehen. Wenn du erst einen Entwurf als Orientierung brauchst, hilft die Auswahl einer passenden Arbeitszeugnis-Vorlage. Ein Muster ersetzt weder die tatsächlichen Beschäftigungsdaten noch die Beurteilung des Arbeitgebers.

  • Vergleiche die Aussage mit deinen Unterlagen und markiere die passende Stelle.
  • Lass unklare Tatsachen offen, bis sie geklärt sind; ergänze keine vermutete Verantwortung.
  • Unterscheide einen Korrekturwunsch von einer schon bestätigten Änderung.
  • Prüfe eine überarbeitete Fassung wieder vollständig und bewahre die ursprüngliche Version auf.

Fiktive Prüfnote zum Rollenwechsel

Prüfbares Muster

Fundstelle: Tätigkeitsbeschreibung. Beobachtung: Genannt werden nur „verschiedene Büroarbeiten“; die Projektkoordination ab 01.01.2024 wird nicht erkennbar.

Bitte zur Prüfung: Könnten Sie den Wechsel von der Projektassistenz zur Projektkoordination sowie das Zusammenführen der Rückmeldungen und die Terminabstimmung ergänzen?

Die Rückfrage knüpft ausschließlich an die erfundene Ausgangslage an. Sie verlangt keine bestimmte Note und keinen erfundenen Erfolg. Es wurde keine Nachricht versandt.

Aufbau im Überblick

Typische Abschnitte und ihr Zweck

Orientierung für ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Die Zeilen sind keine Liste ausnahmslos vorgeschriebener Überschriften. Zusätzliche Unternehmensangaben und persönliche Schlussformeln sind von den notwendigen inhaltlichen Aussagen zu unterscheiden.

Wische seitlich für alle Spalten.

KriteriumFunktion im DokumentKonkrete Prüffrage
Überschrift und AusstellerDokument und verantwortlichen Arbeitgeber zuordnen.Ist klar, welches Zeugnis von wem vorliegt?
Einleitung und WerdegangPerson, Beschäftigungsdauer, Funktion und Entwicklung erfassen.Passen Zeitraum und Rollen zu den Unterlagen?
TätigkeitsbeschreibungWesentliche Aufgaben und tatsächliche Verantwortung erklären.Kann eine außenstehende Person das Aufgabengebiet verstehen?
LeistungsbeurteilungDie Ausführung der Arbeit beurteilen.Beziehen sich die Aussagen auf das tatsächliche Anforderungsprofil?
VerhaltensbeurteilungZusammenarbeit und Verhalten im Arbeitsverhältnis beurteilen.Sind die für die Rolle relevanten Beziehungen erfasst?
Angaben zum Ausscheiden und persönliche SchlussformelGegebenenfalls Anlass, Dank, Bedauern oder Wünsche ausdrücken.Fehlt ein notwendiger Sachverhalt oder lediglich eine persönliche Schlussaussage?
Formaler AbschlussAusstellungsdatum und Verantwortung für das Zeugnis nachvollziehbar machen.Sind Form, Aussteller und Unterschrift beziehungsweise elektronische Signatur geklärt?

Beispiel und Orientierung

So sieht die Builder-Richtung aus

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FAQ

Antworten, die häufig direkt zur nächsten Aktion führen

In welcher Reihenfolge steht ein Arbeitszeugnis?

Üblich sind Überschrift, Einleitung, Tätigkeitsbeschreibung, Leistungsbeurteilung, Verhaltensbeurteilung und der Abschluss. Unternehmensbeschreibung und persönliche Schlussformel können hinzukommen. Nicht jede abweichende Absatzposition ist ein Fehler; wichtiger sind Vollständigkeit, Klarheit und der Zusammenhang mit der tatsächlichen Tätigkeit.

Was ist kritisch, wenn im Arbeitszeugnis etwas fehlt?

Prüfe zuerst die Zeugnisart. Beim qualifizierten Zeugnis sind neben Tätigkeit und Dauer auch Leistung und Verhalten zu beurteilen. Eine fehlende wesentliche Funktion oder ein fehlender Bewertungsbereich ist deshalb anders zu prüfen als eine nicht vorhandene Dankesformel. Suche die Aussage auch an anderen Stellen des Dokuments.

Ist die Schlussformel im Arbeitszeugnis Pflicht?

Ein allgemeiner Anspruch auf eine Dankes- und Wunschformel ergibt sich nach dem BAG nicht aus § 109 GewO. Bereits erteilte und später gestrichene Formulierungen können jedoch andere Fragen aufwerfen, etwa bei einer Sanktion für berechtigte Korrekturwünsche. Bewahre in solchen Fällen die Fassungen und Korrespondenz auf.

Darf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis nur aus einer Notentabelle bestehen?

Eine schulzeugnisartige Tabelle zur Bewertung von Leistung und Verhalten genügt nach dem BAG regelmäßig nicht für die erforderliche individuelle Beurteilung. Das ist von einer Aufzählung der Tätigkeiten oder einer Tabelle in deinen eigenen Prüfnotizen zu unterscheiden.

Wie lang muss ein Arbeitszeugnis sein?

Eine bestimmte Seitenzahl beweist weder Vollständigkeit noch eine gute Bewertung. Der notwendige Umfang hängt unter anderem von Aufgaben, Entwicklung und Verantwortung ab. Prüfe, ob die wesentlichen Informationen nachvollziehbar enthalten sind, statt zusätzliche Seiten oder Absätze um ihrer selbst willen zu verlangen.

Hat ein Zwischenzeugnis einen anderen Aufbau?

Die Grundfunktionen der Abschnitte sind ähnlich. Der zeitliche Bezug muss aber zum noch laufenden Arbeitsverhältnis passen. Ein Zwischenzeugnis darf nicht versehentlich ein bereits erfolgtes Ausscheiden behaupten; bei einem einfachen Zwischenzeugnis fehlen die Bewertungsbereiche entsprechend seiner Art.

Redaktion und Einordnung

Redaktionell geprüft und zuletzt aktualisiert

Herausgeber
Fachredaktion für Bewerbung & Lebenslauf
Stand
26. September 2026
Fachlicher Fokus
Produktredaktion für deutsche Bewerbungslogik, quellennahe Inhaltsprüfung, Builder-Flows und lebenslaufnahe Exportpfade.
Produkt-Test
Redaktionell geprüft am 26. September 2026: zehn konkurrierende Veröffentlichungen verglichen und die zentralen Aussagen mit gesetzlichen Regelungen, Kammerinformationen und den verlinkten BAG-Entscheidungen abgeglichen. Rollenwechsel, Aufgaben und Rückfrage sind erfunden und wurden auf gegenseitige Stimmigkeit geprüft. Es wurde weder ein echtes Zeugnis rechtlich bewertet noch eine Note, Arbeitgeberreaktion oder Rankingwirkung getestet.

Quellenbasierte Kernaussagen

  • Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis umfasst neben Art und Dauer der Tätigkeit auch die Beurteilung von Leistung und Verhalten.[1]
  • Die übliche Gliederung hilft beim Lesen, ersetzt aber keine Prüfung der Aufgaben und der inhaltlichen Vollständigkeit.[5][6]
  • Die Beurteilung muss zur ausgeübten Tätigkeit passen; eine schulnotenartige Tabelle genügt regelmäßig nicht als individuelle Bewertung.[7]
  • Aus § 109 GewO folgt kein allgemeiner Anspruch auf eine Dankes- und Wunschformel.[8]
  • Die spätere Streichung einer Schlussformel als Sanktion für berechtigte Korrekturwünsche ist rechtlich gesondert zu prüfen.[9]
Redaktion und Methodik ansehen

Verwendete Quellen

Fachquellen zu diesem Thema

Aufgeführt sind nur Quellen, die konkrete Aussagen dieses Ratgebers fachlich stützen.

§ 109 Zeugnis

Gesetze im Internet

Amtliche Norm zum Zeugnisanspruch, einfachem und qualifiziertem Arbeitszeugnis sowie Klarheit der Formulierungen.

Quelle öffnen

§ 630 Pflicht zur Zeugniserteilung

Gesetze im Internet

Amtliche Norm zur Zeugniserteilung bei dauernden Dienstverhältnissen und Verweis auf § 109 GewO bei Arbeitnehmern.

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Qualifiziertes Arbeitszeugnis

IHK Rhein-Neckar

Öffentliche Einordnung zu Aufbau, Mindestbestandteilen und typischen Aussagen eines qualifizierten Arbeitszeugnisses.

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Arbeitszeugnis

IHK Frankfurt am Main

Öffentliche Einordnung zu Zeugnisinhalt, Form und dem fehlenden Anspruch auf eine abschließende Dankes-, Bedauerns- oder Wunschformel.

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Arbeitszeugnis: Aufbau des Zeugnisses

IHK Hannover

Beschreibt eine etablierte Gliederung von Einleitung und Tätigkeiten über Leistung und Verhalten bis zum Abschluss.

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Das Arbeitszeugnis: Checkliste für Inhalt und Aufbau

Arbeitnehmerkammer Bremen

Die Checkliste auf PDF-Seite 8 ordnet wichtige Tätigkeiten und Bewertungsbereiche und erläutert, dass die Leistungszusammenfassung auch an anderer Stelle stehen darf.

Quelle öffnen

9 AZR 262/20: Arbeitszeugnis – Beurteilung in Tabellenform

Bundesarbeitsgericht

Entscheidung vom 27. April 2021 zur individuellen Beurteilung, zum Zusammenhang mit den Aufgaben und zu den Grenzen einer schulnotenartigen Bewertungstabelle.

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9 AZR 146/21: Schlussformulierung eines Arbeitszeugnisses

Bundesarbeitsgericht

Entscheidung vom 25. Januar 2022 zum fehlenden allgemeinen Anspruch auf eine Dankes- und Wunschformel aus § 109 GewO.

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9 AZR 272/22: Entfernung einer Schlussformel nach Korrekturwünschen

Bundesarbeitsgericht

Entscheidung vom 6. Juni 2023 zur unzulässigen Maßregelung durch das Streichen bereits erteilter Schlussaussagen im dort geprüften Fall.

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